September 17 2007
Killerspiele sind nicht gleich Killer Spieler
Die meisten Menschen in Deutschland werden die Diskussion rund um die so genannten “Killerspiele” kennen, die in den verschiedensten Medien breitgetreten worden sind. Doch was steckt dahinter hinter diesem ganzen Wahn und die Hetzjagd gegen die Computerspiele, sind sie wirklich die Auslöser der Amok Läufe die in den USA und auch in Deutschland stattgefunden haben?
Killerspiele, ein Synonym der Presse, Politiker und anderen teilweise fraglichen Experten zu Spielen die an Erwachsene gerichtet sind, meistens eine USK 18 Freigabe haben und wo das Ziel ist andere Spieler / Monster / Figuren zu töten. Doch sollen sie wirklich ausschlaggebend sein für die Amok Läufe die stattgefunden haben? Laut Presse und Politiker ein Ja, Laut Spielergemeinde ein Nein.
Doch schauen wir uns mal ein wenig die Vergangenheit an. Alles hat “angefangen” mit einem Shoot em Up Spiel namens “Commando” in den 80er Jahren, welches damals das Ziel hatte Gegner auszuschalten. Dieses wurde nach hitziger Diskussion damals neu unter dem Namen “Space Invasion” veröffentlicht , welches dann nicht mehr Mensch vs Mensch war sondern Menschen gegen Roboter.
Nach dem Amoklauf von Erfurt began dann die hitzige Diskussion erneut um die Killerspiele, sollten sie wirklich Schuld an den Amokläufen tragen oder nicht? Die Presse und viele Politiker begannen daraufhin einen Feldzug gegen Spieler,Eltern und Entwickler zu führen , mit teilweise selbst ernannten Experten die eigentlich kaum Ahnung von den Spielen hatten. Die Medienwelt tat dann ihr übrigens, so berichtete die Bild Zeitung z.b. das man in Counterstrike mit Raketenwerfern andere Spieler töten würde, nun gut in Counterstrike ist es das Ziel Spieler zu töten um die Runde zu gewinnen, aber das Raketenwerfer in CS eingesetzt werden würde , war einfach schon ein Indiz dafür das bei der Recherche einfach schlampig gearbeitet worden ist.
Ab 2005 entstand dann im Bundestag eine Diskussion, ob Killerspiele verboten werden sollten oder nicht, wobei der Begriff Killerspiele nicht deutlich definiert werden konnte. Was ebenfalls zu Killerspielen zählen sollte, waren nämlich Spiele wie Paintball oder Laserdrome die ebenfalls mit verboten werden sollten.
2006 fand in Emsdetten ein weiterer Amoklauf statt, wo wieder versucht worden ist , Killerspiele als Motiv zu nennen. Die Dikussion er flammte erneut und das Familienministerium war dazu berufen zu prüfen ob man wirklich Killerspiele verbieten lassen müsste, was jedoch später nicht durchgesetzt worden ist weil die USK schon sehr genau beurteilt.
Doch was ist dran an der ganzen Sache? Die Politiker versuchen natürlich ganz klar, Wähler zu gewinnen indem sie durch ihre Berater auf “Medien wirksame” Themen hingewiesen werden und diese entsprechend ausnutzen. Viele Politiker beschäftigen sich nicht einmal wirklich mit dem Thema, sondern springen einfach auf den Zug der Menschen auf , die etwas beurteilen wollen wovon sie eigentlich keine Ahnung haben.
Die Presse ist ebenfalls daran Schuld, so berichteten viele Zeitungen mit teils unseriösen Artikeln und Falschen Fakten nur um eine Entsprechende Leserschaft zu erlangen. Auch einige TV Magazine griffen das Thema auf, wobei sie mehr Vermutungen als Fakten herbei zogen. Was dann geschah war klar, Tausende von Spielern richteten sich gegen diese Medien und machten ihren Unmut in Leserbriefen und Kommentaren kund um nicht das Bild entstehen zu lassen, das jeder Spieler , der Ballerspiele spielt, ein potentieller Killer sei.
Doch was veranlasst Menschen zu solchen Amokläufen? Nun man muss sich die Hintergründe für eine Tat einmal ansehen. Eine solche Tat wird meistens nicht aus einem Aspekt heraus angetrieben, sondern von vielen Zwischenfällen im Leben und in der Psyche. Ein Mensch der richtig und falsch entscheiden kann,eine entsprechende Moralvorstellung entwickelt hat und zudem vom Sozialen Umfeld nicht ausgeschlossen oder maßlich eingeschränkt ist, würde wahrscheinlich so eine Tat nie begehen. Meist sind Amok Läufer Menschen, die eine lange Vorgeschichte hatten, an Einflüssen von innen und außen.
Die Fragen die man sich stellen muss sind folgende, wird den Angehörigen der getöteten Menschen durch Amokläufer mit einem Verbot an Ballerspielen geholfen? Wird es keine Amokläufer mehr geben nach einem Verbot ? Was sollte man am besten noch alles verbieten?
Ich persönlich denke, das sich nach einem Verbot rein gar nichts ändern wird. Es wird immer psychisch labile Menschen geben die zu solch einer Tat in der Lage wären oder diese umzusetzen. Psychische Erkrankungen sind einfach ein Teil der Gesellschaft den man weder ignorieren noch gänzlich “heilen” kann. Zudem muss man sich fragen, was käme als nächstes? Ein Verbot von Filmen die dem Genre Horror oder Splatter angehören , oder die exzessive Gewaltdarstellungen zeigen?
Das Internet ist mittlerweile schon so umfassend, das ein Verbot sowieso kaum Auswirkungen haben würde, da es Quellen im Internet gibt, wo man auch an solche Spiele und Filme herankommen würde aus dem Ausland. Ein Verbot würde nur den Deutschen Markt und Einzelhandel betreffen , aber kaum die Konsumenten. Zu guter letzt sollte man sich noch fragen, in wie weit darf die Politik, die Gesetzgebung und andere Menschen in meine Privatsphäre bzw. meine eigene Verantwortung eingreifen? Dürfen diese Erwachsenen Menschen verbieten, der gewohnten Unterhaltung zu untersagen? Ich denke nein. Ein Erwachsener sollte selbst frei entscheiden können, in wie weit er seine Freizeitgestaltung auslebt.
Das Thema Killerspiele wird sicherlich wieder in der Zukunft aufflammen, wenn es um neue Gesetzesverordnungen geht oder wieder ein Amoklauf Schlagzeilen wirft. Dann wird erneut die Frage kommen, ob Killerspiele verboten werden müssen oder nicht.
Mfg Der Web Kritiker













